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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Mehr Kaffeesträucher für eine bessere Zukunft

Coffee farmer Paul Baziki from the village of Bikinga, Rwanda.jpg08 August 2017

Ob als kleine Stärkung zwischendurch oder als entspannter Kaffeegenuss, oftmals ist es einfach schon der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, der uns einen Energie-Kick schenkt. So leicht der Kaffeekonsum fällt, so aufwendig ist der Prozess, der von der Bohne in die Tasse führt.

Für die Kleinbauern und -bäuerinnen im Kaffeeanbau bedeutet diese Tasse Kaffee harte Knochenarbeit für sehr wenig Geld. „Wir können nur einmal im Jahr Kaffee ernten, müssen aber viermal im Jahr großflächig Unkraut jäten“, sagt Paul Baziki, Kaffeebauer in Ruanda und ergänzt: „Der Anbau von Kaffee ist zeitaufwendig und teuer. Wir brauchen also gute Preise für unsere Ernten.“

Rundum besser: höhere Bezahlung und Übernahme der Verarbeitung

Paul Baziki baut seit 1970 Kaffee an. Er kennt die täglichen Anstrengungen und die langen Arbeitszeiten nur zu gut: pflanzen, pflücken, verarbeiten – und dennoch reicht es kaum für das Notwendigste. Erst seit Kurzem erhält Paul die nötige Unterstützung, um nicht nur das Überleben seiner Kaffeeplantage, sondern auch ihren anhaltenden Erfolg zu sichern.  

Mit seiner Farm ging es aufwärts, als Paul Baziki begann, seinen Kaffee an den Oikocredit-Partner Impexcor zu verkaufen. Das Familienunternehmen Impexcor Limited wurde 1977 gegründet und kauft Kaffeekirschen von Kleinbäuerinnen und -bauern, die in landwirtschaftlichen Genossenschaften organisiert sind. Paul sagt, Impexcor zahle ihm einen besseren Preis als andere Abnehmer. Darüber hinaus verarbeitet das Unternehmen den Kaffee für ihn und spart ihm so viel Zeit, Mühe und Geld. Oikocredit investiert in Impexcor, weil das Unternehmen sich nicht nur für die besten Praktiken im Kaffeeanbau der Region einsetzt, sondern auch Förderprogramme realisiert. Ziele dabei sind ebenso, wirtschaftliche Entwicklung wie auch den sozialen Zusammenhalt der lokalen Bevölkerung zu fördern und Armut nachhaltig zu beseitigen.

„Vor der Zusammenarbeit mit Impexcor war die Verarbeitung der Ernte sehr mühsam“, so Paul Baziki. „Ich brauchte Unmengen von Wasser, und dadurch wurde der Prozess sogar noch teurer. Seit Impexcor 2004 die Kaffee-Waschstation in Kamanu eingerichtet hat, bringe ich meine Kaffeeernte direkt zum Betrieb. Impexcor nimmt die Bohnen direkt ab und ich werde sofort bezahlt. Das macht einen großen Unterschied für mich.“

Steigerung der Qualität

Kaffee ist die Haupteinnahmequelle von Paul Bazikis und rund 1.800 weiteren Bäuerinnen und Bauern, die ihren Kaffee an Impexcor verkaufen. Der Transport ihrer Ernte ist für viele Farmer, die mühsam ihren Lebensunterhalt bestreiten und weit entfernt vom Verarbeitungsbetrieb leben, mit hohen Kosten verbunden. Impexcor unterstützt sie hier, indem das Unternehmen die Ernte von den Kleinbetrieben abholt und ihnen so einen leichteren Marktzugang ermöglicht.

Überdies berät Impexcor Bauern und Bäuerinnen zu landwirtschaftlichen Fragen, um die Erntequalität zu verbessern. Um ihren Markt zu erweitern und profitabler arbeiten zu können, erwarb das Unternehmen 2015 die Zertifizierung durch die internationale Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance.

Die ganze Familie profitiert

„Bevor Impexcor hierherkam, hatte ich nur etwa eintausend Kaffeepflanzen. Als mir klar wurde, dass die Verarbeitungsanlagen im Werk mir sehr viel Arbeit und Zeit ersparen, habe ich noch zusätzlich 500 Sträucher gepflanzt. Je nachdem, wie viel ich damit verdiene, kann ich sogar noch mehr Sträucher pflanzen und mehr Kaffeebohnen ernten“, so Paul Baziki.

Der Ersatz alter Sträucher ist für alle Kaffeeanbaubetriebe von größter Bedeutung. Ohne neue Bäume hätte Paul extreme Schwierigkeiten bekommen. Die Sträucher, die er bereits in den 1970er Jahren gepflanzt hatte, waren zu alt, um noch eine auskömmliche Ernte zu liefern.

Paul hat fünf Söhne und fünf Töchter. „Mit dem Kaffee verdiene ich das Geld, das ich für meine Familie brauche. Dadurch konnte ich Häuser für uns bauen und das Schulgeld für meine Kinder bezahlen. Meine Söhne haben jetzt alle Arbeit – einer ist sogar Elektriker. All meine Kinder sind verantwortungsbewusst und sorgen für ihre Familien. Mein jüngster Sohn wohnt da drüben, gleich bei uns in der Nähe.“ Paul zeigt auf eines der Häuser, die er für seine große Familie gebaut hat.

Große Pläne für die Zukunft

Paul ist 67 und baut seit über 35 Jahren Kaffeebohnen an. Mit dem Erfolg sind auch seine Ziele gewachsen. Was sind seine Pläne für die Zukunft? „Ich möchte Kühe kaufen, damit ich meinen eigenen Dünger produzieren kann. Dann will ich die Plantage vergrößern, sodass ich größere Ernten einfahren kann und meine Familie finanziell besser gestellt ist.“

Das hört sich nach allerhand Arbeit an. Wird ihm die Arbeit nicht zu viel? „Ich bin zwar alt, aber ich will weiter die Arbeit auf meiner Kaffeeplantage beaufsichtigen. Ich werde Arbeiter beschäftigen. Dann muss ich keine schwere körperliche Arbeit mehr leisten. Und durch die Kühe werde ich genug verdienen, um Arbeitskräfte zu bezahlen. So bereite ich mich auf die Zukunft vor.“

Mehr zum Thema

Was macht Oikocredit als Sozialinvestor neben der Finanzierung von Kaffee-Kooperativen noch? Zum Beispiel Programme initiieren, um Kaffeebäuerinnen und -bauern vor Preisschwankungen zu schützen. Mehr dazu im Blogbeitrag von Frank Rubio, Leiter des Oikocredit-Agrarreferates.

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