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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

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Schutz vor Preisschwankungen: Oikocredit und IDB unterstützen Bäuerinnen und Bauern in Lateinamerika

Coffee beans15 August 2017

Oikocredit initiiert gemeinsam mit der Inter-American Development Bank (IDB), Fair Trade USA, Keurig Green Mountain und Catholic Relief Services ein Beratungs- und Schulungspro-jekt, das kleinbäuerliche Betriebe im Kaffeeanbau beim Umgang mit volatilen Märkten unter-stützen soll. Dieses Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Ziel der Initiative: 16 Kaffeeerzeugerorganisationen in Honduras, Guatemala, Nicaragua, Kolumbien und Peru in ihren Kompetenzen stärken, um Preisrisiken effizienter steuern zu können.

Neben dem Klimawandel ist Preisvolatilität eines der größten Risiken für Kleinbäuerinnen und -bauern im Kaffeesektor. Von Fair Trade USA durchgeführte Fallstudien haben gezeigt, dass Genossenschaften, die Strategien zur Steuerung von Preisrisiken einsetzen, die Erträge ihrer Anbaubetriebe binnen eines Jahres um über 20 Prozent steigern konnten.

An dem Projekt können Organisationen wie etwa Kooperativen teilnehmen. Kriterien zur Aufnahme in das Programm sind neben der wirtschaftlichen Leistung vor allem auch die soziale Wirksamkeit der Organisationen. Ziel ist, mit dem Projekt rund 5.000 kleinbäuerliche Betriebe zu erreichen. Diese Bäuerinnen und Bauern bestellen in der Regel jeweils bis zu fünf Hektar Land und produzieren im Durchschnitt 680 kg Kaffee pro Hektar und Jahr. Das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen der wirtschaftlich ärmsten Farmer liegt unter 2.500 US-Dollar pro Hektar.

Einmalige Gelegenheit für Kaffeegenossenschaften

Oikocredit wird das Programm für Beratung und Schulungen koordinieren. Dabei geht es um vier Komponenten.

  • Stärkung der organisatorischen Leistungsfähigkeit: Schulungen für Manager und Leitungsgremien zur Umsetzung von Strategien zur Steuerung des Preisrisikos
  • Entwicklung eines «Werkzeugkasten» zur Steuerung des Preisrisikos: Bestandsführung, Schulungsmaterialien, Instrumente zur Risikobewertung und ein webbasierter Preisrisikosimulator
  • Berufsbegleitendes Ausbildungsprogramm: Zwei Genossenschaften mit umfassender Erfahrung in der Steuerung von Preisrisiken organisieren Weiterbildungsmöglichkeiten, die Peer-to-Peer-Lernchancen bieten
  • Optionsfinanzierung: Oikocredit stellt Finanzierung zur Verfügung, um die mit der Steuerung von Preisrisiken verbundenen Kosten zu decken

Bei diesem mehrjährigen Projekt handelt es sich um das erste seiner Art in Lateinamerika. Vergleichbare bisher in der Region veranstaltete Schulungsprogramme fanden entweder nur eintägig mit Fokus auf bestimmte Betriebe statt oder als einmalige von Importeuren für ihre Kundschaft angestoßene Maßnahmen. Der direkte Zugang zu Oikocredits Finanzierungsangebot ist ebenfalls einzigartig und bietet den Kaffeeanbauverbänden zusätzlichen Anreiz, ihre Strategien zur Steuerung von Preisrisiken weiter zu verfeinern.

Nachhaltiges Engagement bei der Preisrisikosteuerung

Die während des Projekts entwickelten Schulungsmaterialien und Instrumente sollen auch öffentlich verfügbar sein. Ferner soll das Projekt die Einrichtung einer Plattform zur Steuerung von Preisrisiken anstoßen, über die Schulungen und Beratungsleistungen für Kaffeeanbauverbände in ganz Südamerika angeboten werden. Oikocredit, Fair Trade USA, Keurig Green Mountain und Catholic Relief Services wollen die Schulungen jeweils auch auf die anderen Länder, in denen sie tätig sind, zuschneiden.

Dazu Frank Rubio, Leiter von Oikocredits Agrarrefarat: „Diese Initiative trägt erheblich dazu bei, die Lebensumstände von Kleinbäuerinnen und -bauern in Lateinamerika zu verbessern. Oikocredit ist stolz, im Rahmen dieses umfassenden Projekts mit IBD, Fair Trade USA, Keurig Green Mountain und Catholic Relief Services zusammenzuarbeiten. Wir hoffen, auf diese Weise ein nachhaltiges Engagement für die Steuerung von Preisrisiken im Genossenschaftssektor schaffen zu können. Großes Plus: Es besteht durchaus Spielraum, dieses Projekt über den Kaffeeanbau in Lateinamerika hinaus auszuweiten.“

Die Sustainable Agriculture, Food and Environment (SAFE) Platform, ein vom Der Multilaterale Investitionsfonds (MIF) gegründeter und von Hivos koordinierter Zusammenschluss mehrerer Interessengruppen, unterstützt die Initiative bei der effizienten Verwertung ihrer Ergebnisse.

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