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GUTES GELD für Guten Kaffee: Oikocredit-Partner FAPECAFES fördert bio-fairen Kaffeeanbau im südlichen Ecuador

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In der Luft liegt ein Summen. Das sind die Bienen, von denen es in der Kaffeeplantage von Miguel Mosquera viele gibt. Ein unverkennbares Zeichen dafür, dass hier nach organischen Prinzipien angebaut wird.

„Beim Bio-Anbau geht es nicht bloß um die Zertifizierung – es ist eine Einstellung. Der organische Anbau liegt uns am Herzen. Deshalb entscheiden sich Kaffeebauern und -bäuerinnen gegen den Einsatz von Düngemitteln, die in jeder Hinsicht schädlich sind“, erklärt Miguel Mosquera beim Rundgang durch seine Plantage in der Provinz Loja im Süden Ecuadors. Der Kaffeebauer ist Mitglied der Kooperative APECAEL, die wiederum zum Kooperationsverband Federación Regional de Asociaciónes de Pequeños Cafetaleros Ecológicos del Sur del Ecuador („FAPECAFES“) gehört. Seit 2011 ist FAPECAFES Partnerorganisation von Oikocredit.

FAPECAFES-Mitglied Miguel Mosquera bei der Kaffeeernte in Catamayo.

Unterstützung von kleinbäuerlichen Betrieben in entlegenen Gebieten

Miguel Mosqueras Farm liegt hoch oben im Bergland mit Blick über das Dorf Vilcabamba. Die Lage und das Klima sind für den Kaffeeanbau ausgesprochen günstig: Es ist warm und feucht, und der Anbau in Höhenlagen bietet genau die richtigen Bedingungen für hochwertige Kaffeebohnen. Die Nassverarbeitung der Kaffeekirschen und die anschließende Trocknung erfolgen direkt vor Ort auf den Kaffeeplantagen. Danach werden die Erzeugnisse zu den Sammelstellen gebracht, wo sie zunächst im Feldlabor auf ihre Qualität überprüft werden. Die Kaffeebohnen, die die Eingangskontrolle bestehen, werden dann zum größeren Verarbeitungsbetrieb in der Stadt Catamayo weiterverladen, die etwa 45 Minuten von Miguel Mosqueras Farm entfernt liegt. Hier befindet sich FAPECAFES‘ Verarbeitungsbetrieb, wo die Kaffeebohnen der Mitglieder für den Vertrieb auf dem in- und ausländischen Markt abgepackt werden.

Vinicio Martinez, Präsident von FAPECAFES, im Verarbeitungsbetrieb in Catamayo. Er ist selbst Kaffeebauer und steht den Mitgliedern der Kooperative mit Rat und Tat zur Seite.

Gute Einkünfte für die Erzeugerinnen und Erzeuger

FAPECAFES vermarktet den bio-fairen Kaffee von 1.200 Kleinbetrieben in drei Provinzen im südlichen Ecuador (Loja, El Oro und Zamora Chinchipe). Durch seine Größe und hohen Produktionszahlen hat FAPECAFES die Verhandlungsmacht, höhere Preise für seine Mitglieder durchzusetzen. Alle Mitgliederbetriebe verfügen über eine Bio-Zertifizierung. Der Verband wird seit 2003 regelmäßig von FLO, der Fair Trade Labelling Organisation, zertifiziert. So können Anleger und Verbraucher sich darauf verlassen, dass die Produkte aus kleinen Anbaubetrieben stammen, die dafür fair bezahlt werden.

Dabei kommt den von Oikocredit seit 2011 zur Verfügung gestellten Krediten besondere Bedeutung zu: Sie ermöglichen FAPECAFES, die Kaffeebauern und -bäuerinnen sofort bei Anlieferung ihrer Erzeugnisse zu bezahlen. „Ohne Oikocredit müssten unsere Mitglieder an Zwischenhändler verkaufen. Doch diese behalten in der Regel einen erheblichen Teil der Einkünfte ein“, so Vinicio Martinez, Präsident von FAPECAFES.

 José Apolo, Qualitätskontrolleur bei FAPECAFES, stellt sicher, dass der Kaffee höchste Ansprüche für den nationalen und internationalen Markt erfüllt.

Förderung einer nachhaltigen Lebensgrundlage

FAPECAFES stellt seinen Mitgliedern auch Schulungen und technische Unterstützung bereit. So berät und fördert FAPECAFES sie etwa bei der Erneuerung ihrer Fruchtpflanzen für stabile Erträge. Der Boden laugt im Laufe der Zeit aus. Damit nachhaltig gute Ernteerträge erzielt werden, müssen die Kaffeepflanzen alle zehn bis 15 Jahre ersetzt werden. Wertvolle Unterstützung bekommen die Bäuerinnen und Bauern auch bei der Bekämpfung der Pilzerkrankung Kaffeerost. Diese nahm im Jahr 2012 epidemische Ausmaße an und führte in ganz Lateinamerika zu massiven Ernteausfällen. Vielen Anbaubetrieben fehlt es an Technik und Know-how im Kampf gegen den Pilz. Aufgrund seines Status als Genossenschaft erhielt FAPECAFES staatliche Hilfe zur Bekämpfung der Pilzkrankheit. Mitglieder wie Miguel Mosquera profitierten von Maßnahmen wie der Verteilung von Saatgut für neue Kaffeesorten.

Die zu FAPECAFES gehörenden Kleinbetriebe verfügen über eine Anbaufläche von durchschnittlich 1,5 Hektar. Die Hauptkultur ist Kaffee, ergänzt um Anbaupflanzen wie Zuckerrohr, Yucca, Bananen, Kokospalmen, Guaven, Apfelsinen, Avocados und Zitronen. Diese Erzeugnisse werden für den Eigenverbrauch und den lokalen Markt angebaut. FAPECAFES produziert neben Kaffee auch Bananenchips für den internationalen Fairtrade-Markt.

Mehr Infos unter: gutesgeld.de

Credits: Nicolas Villaume

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