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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Kaffeebäuerinnen in Brasilien: der Weg zur Unabhängigkeit

CPFAM-BR-09.jpg11 Januar 2018

Die Oikocredit-Partnerorganisation Coopfam (Cooperativa dos Agricultores Familiares de Poço Fundo e Região) ist eine Kaffeegenossenschaft in Brasilien. Sie hat den Anspruch, die Rolle der Frauen beim Anbau organischer Kaffeespezialitäten zu stärken.

Im bergigen Poço Fundo im Südosten Brasiliens wird vor allem Kaffee angebaut. Hier arbeitet die Oikocredit-Partnerorganisation Coopfam (Cooperativa dos Agricultores Familiares de Poço Fundo e Região). Frauen spielen eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Kaffeegenossenschaft: Sie bauen bio-fairen Kaffee an, verkaufen ihn und sorgen so für das Auskommen ihrer Familien. Die Stärkung der Frauen gelingt besonders durch die Gruppe MOBI (steht für: Frauenorganisation zur Erlangung von Unabhängigkeit) innerhalb der Genossenschaft Coopfam. Die Gruppe fördert gezielt die Selbstständigkeit der Frauen. MOBI verkauft ihren Café Feminino zehn Prozent über dem Preis für herkömmlichen bio-fairen Kaffee. Die Mehreinnahmen werden in die Weiterbildung der MOBI-Mitglieder investiert. Frauen sollen ihren Lebensunterhalt nicht nur sichern, sondern steigern.

„Die MOBI-Mitglieder wollen mehr, als sich nur um Kinder und Küche zu kümmern.“

Coopfam bricht mit dem traditionellen Rollenbild brasilianischer Frauen. Das Motto der Kooperative: Frauen sollen nicht nur an der Produktion, sondern auch an Entscheidungen beteiligt sein. „Die MOBI-Mitglieder wollen mehr, als sich nur um Kinder und Küche zu kümmern – sie wollen selbst an Coopfams Kaffeeanbau teilhaben und sie wollen gehört werden“, erklärt Vânia Lucia Pereira da Silva, MOBI-Mitglied und Vizepräsidentin von Coopfam, deren Familie 12 Hektar Anbaufläche gehört.

Vânia Lucia Pereira da Silva, Mitglied von MOBI und Vizepräsidentin Coopfam

Vânia war von Anfang an eines der führenden Mitglieder bei MOBI. Sie bewirkte, dass die anderen Mitglieder auf dem Gebiet des bio-fairen Kaffeeanbaus weitergebildet werden. Außerdem nahm sie an den von Coopfam veranstalteten Führungstrainings teil und überwand damit kulturelle Barrieren: Als eine von nur zwei Frauen zählt sie zu Coopfams oberster Führungsriege.

Gute Partnerschaft

Wie Oikocredit hat auch Coopfam den Anspruch, die Lebensumstände von Kleinbauern und -bäuerinnen zu verbessern und die Umwelt zu schützen. Als erste Genossenschaft in Brasilien begann Coopfam Ende der 1990er Jahre mit dem Anbau von biologischem und fairen Kaffee. Mit dem von Oikocredit bereitgestellten Kapital unterstützt Coopfam ihre Mitglieder beim Zugang zu lokalen, nationalen und internationalen Märkten. 450 Kleinbäuerinnen und -bauern sind an der Genossenschaft beteiligt. „Coopfams biologischerAnsatz ist nicht nur technischer Art. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass die Anbauer die Umwelt schützen und für ihre Familien sorgen müssen“, erklärt Coopfams Präsident Clemilson José Pereira. „Der biologische Anbau bestärkt das Ziel der Kaffeebäuerinnen und -bauern, hochwertige Produkte zu verkaufen.“ Dieser Meinung ist auch MOBI-Mitglied Maria Aparicida Paive Borges, die 12.000 Kaffeepflanzen auf der Farm ihrer Familie anbaut: „Wir bauen biologischen Kaffee an, weil er umwelt- und gesundheitsfreundlich ist.“

MOBI-Mitglied Dayany de Assis dos Santos Ferreira

Mehr Teilhabe, mehr Selbstbewusstsein

Da die Einnahmen durch den Kaffeeanbau saisonal bedingt sind, schaffen sich die MOBI-Frauen ein zusätzliches Einkommen durch Rosenanbau und die Herstellung künstlerischer Produkte aus den Abfallprodukten der Kaffeeernte. Zwischen den Kaffeeernten verkaufen sie ihre Kreationen vor Ort.

Indem sie sich stärker bei Coopfam einbringen und selbst zu Geschäftsfrauen werden, entwickeln die Frauen mehr Selbstvertrauen. Ihnen wird mehr Anerkennung gezollt, sie werden finanziell unabhängiger und tragen zum Familieneinkommen bei. Maria fasst zusammen: „Ich bin wirklich froh, Mitglied bei MOBI zu sein. Ich bin jetzt am gesamten Prozess beteiligt: bei der Ernte, beim Verkauf und in der Genossenschaft.“

Vânia ist überzeugt, dass die stärkere Teilhabe der Frauen ein entscheidender Faktor ist, um der Landflucht von Frauen und jungen Menschen entgegenzuwirken – und damit ein zentraler Beitrag, um die Zukunft einer blühenden Gemeinschaft zu sichern.

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