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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Unterstützung für Obstbäuerinnen und -bauern im Norden Patagoniens

Unterstützung für Obstbäuerinnen und -bauern im Norden Patagoniens

PAI-newsitem-2.jpg16 Januar 2018

Die Oikocredit-Partnerorganisation PAI aus Argentinien verkauft und exportiert das Frischobst seiner Mitglieder. Davon profitieren Kleinbauern wie Herminio Antonio Urruti.

Herminio Antonio Urrutia ist heute 61 Jahre alt. Sein Arbeitsleben begann früh. Im Alter von 14 Jahren begann Herminio Urrutia bereits, auf dem Betrieb seiner Familie bei der Traubenernte auszuhelfen. Schon damals war es sein Traum, einen eigenen Betrieb zu führen. Bevor er im Jahr 1995 sein eigenes Stück Land kaufte, arbeitete er als Angestellter in Obstanbaubetrieben. Von der Genossenschaft Frutícola hörte er zum ersten Mal als 18-jähriger ­- sein damaliger Chef gehörte der Genossenschaft an. Auf seinen ersten eigenen sechs Hektar Land baute er zunächst Gemüse an. Später wechselte er zum Obstbau, denn die Region eignet sich ganz besonders für den Anbau von Äpfeln und Birnen. Seit dem Beginn seiner Selbstständigkeit ist Herminio Urrutia Mitglied in der Frutícola-Genossenschaft

Herminio Urrutia ist seit 1995 Mitglied der Frutícola-Genossenschaft

Stetiges Wachstum

Mit Unterstützung der Genossenschaft Frutícola konnte Herminio Urrutia seinen Betrieb über die Jahre stetig ausbauen. Heute ist er stolzer Eigentümer von insgesamt 20 Hektar Land. Hinzu kommt ein noch größeres Pachtgrundstück, auf dem er Äpfel und Birnen zieht. Damit baut Herminio Urrutia auf insgesamt 62 Hektar bis zu 1.200 Tonnen Obst pro Jahr an. Im Laufe der Jahre hat die Genossenschaft ihm nicht nur Finanzierungen und Kapital für seinen Betrieb zur Verfügung gestellt, sondern auch Schulungen und Beratung zu effizienten Anbautechniken.

In einer wettbewerbsorientierten Branche zählt die Größe

Die Primera Cooperativa Frutícola ist Mitglied bei Productores Argentinos Integrados (PAI), einem Zusammenschluss von zwölf Genossenschaften und Obstverpackungsunternehmen in den Provinzen Rio Negro und Neuquén. PAI verkauft und exportiert das Obst (vor allem Äpfel und Birnen), das von etwa 280 kleinen und mittleren Obstbaubetrieben angebaut wird. Der Frischobstmarkt ist stark wettbewerbsorientiert und wird von einigen wenigen multinationalen Konzernen dominiert. Kleinbetriebe haben es daher sehr schwer, ihre Erzeugnisse selbstständig zu vermarkten. Durch PAIs Struktur, finanzielle Unterstützung und Größenvorteile erzielen die Obstbäuerinnen und -bauern faire Preise für ihre Erzeugnisse. Zudem organisiert PAI den gemeinsamen Kauf von Betriebsmitteln und Verpackungsmaterial und stärkt dadurch die Verhandlungsmacht der Bäuerinnen und Bauern gegenüber Anbietern.

Die Arbeit von PAI hat eine positive Wirkung auf die lokale Wirtschaft in der Region, deshalb arbeitet Oikocredit seit 2015 mit PAI zusammen.

Fähigkeiten und Kompetenzen entwickeln

PAI spielt eine zentrale Rolle beim Ausbau jener Fähigkeiten und Kompetenzen, die die Landwirtinnen und Landwirte brauchen, um ihre Anbaumethoden und somit ihre Ernteerträge zu verbessern. Die Organisation unterstützt die Schulungsprogramme ihrer Mitgliedsorganisationen und bietet Beratungen zu obstbautechnischen Themen an wie Beschneiden, Ausdünnen, Ernte, Bewässerung, Düngung und Schutz vor widrigen Umwelteinflüssen. Gemeinsam mit internationalen Zertifizierungsunternehmen hat PAI Programme ins Leben gerufen, die darauf ausgerichtet sind, gute Praktiken in der landwirtschaftlichen Produktion zu vermitteln.

 Herminio Urrutia bei der Arbeit in seiner Obstplantage

Organischer Anbau im Aufwind

Als einer der größten Obstexporteure Lateinamerikas exportiert PAI in über 40 Länder weltweit. Vor allem im Bereich des ökologischen Obstanbaus spielt die Organisation eine wichtige Rolle. Sie ist einer der größten Exporteure von Obst aus ökologischem Anbau, ein Sektor, der an Bedeutung zunimmt. Mittlerweile machen Erzeugnisse aus organischem Anbau 20 Prozent von PAIs Exporten aus.

Von Herminio Urrutias 62 Hektar Land werden 18 Hektar für den organischen Anbau genutzt. Das übrige Land wird allmählich auf biologischen Anbau umgestellt. Sein Obstbaugeschäft wächst stetig weiter; während der Erntezeit verdreifacht sich die Zahl seiner Angestellten sogar auf 18. Insofern lässt sich Herminio Urrutias Mitgliedschaft in der Genossenschaft treffend als „fruchtbare Zusammenarbeit“ beschreiben!

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