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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Sozialinvestor Oikocredit gibt Jahresergebnis bekannt und kündigt strategische Neuausrichtung an

Sozialinvestor Oikocredit gibt Jahresergebnis bekannt und kündigt strategische Neuausrichtung an

FEDCO-GH-05_©Capture Ghana.jpg11 April 2018

Die Genossenschaft Oikocredit, weltweit als Sozialinvestor tätig und eine Pionierin des ethischen Investments, hat ihr Jahresergebnis für 2017 veröffentlicht. In einem herausfordernden Marktumfeld verzeichnet sie ein positives Gesamtergebnis. Für 2018 kündigt sie eine strategische Neuausrichtung an, mit der sie ihre Rolle als innovativer und sozialer Investor festigen will.

Weltweit beteiligen sich 56.000 Privatpersonen und Organisationen mit mehr als einer Milliarde Euro an Oikocredit, in Deutschland sind es 26.000 Anlegerinnen und Anleger mit einem Kapital von über 532 Millionen Euro. Allein 6.700 Mitglieder investieren über den in Bonn ansässigen Westdeutschen Förderkreis 146,3 Millionen Euro in die Arbeit der Genossenschaft.

Oikocredits Ziel ist es, Menschen mit geringem Einkommen zu stärken. Dazu setzt die Genossenschaft neben Darlehen und Kapitalbeteiligungen vermehrt Beratungen und Schulungen für ihre 747 Partnerorganisationen ein, die sich in den Bereichen inklusives Finanzwesen, Landwirtschaft und erneuerbare Energien engagieren. Insgesamt erzielte Oikocredit 2017 ein positives Jahresergebnis von 18,4 Millionen Euro. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (29 Millionen Euro) ist insbesondere auf die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar und eng an den Dollar gekoppelten Währungen zurückzuführen.

Es sei ein Qualitätsmerkmal der Genossenschaft, dass sie trotz der Herausforderungen von außen die hohen Ansprüche an die inhaltliche Ausrichtung ihres Portfolios aufrechterhalte, kommentierte der Geschäftsführer des Westdeutschen Förderkreises in Bonn, Helmut Pojunke. „Die Hälfte der Darlehen werden in Landeswährungen ausgezahlt. Für die Partnerorganisationen vor Ort ist das eine immense Erleichterung, für Oikocredit bedeutet es mehr Risiko“, so Pojunke. Und weiter: „Es gibt keine einfachen Lösungen. Wir bewegen uns in einem herausfordernden Markt. Risiken, soziale Wirksamkeit und solide Finanzergebnisse auszubalancieren ist komplex. Aber es gelingt und es lohnt sich, weiter daran zu arbeiten.“ 2017 starteten die acht deutschen Förderkreise gemeinsam eine Kampagne unter dem Motto „Gutes Geld“, um nachhaltige Geldanlagen als Gestaltungsmittel für gesellschaftlichen Wandel bekannter zu machen. Diesen Rückenwind wird der Westdeutsche Förderkreis im kommenden Jahr nutzen, um mit einem großen Programm sein 40-jähriges Bestehen zu feiern.

Um ihrem Anspruch gerecht zu werden, hat Oikocredit den Einsatz im Bereich Schulungen und Beratungen 2017 mehr als verdoppelt und 845.500 Euro in die Zusammenarbeit mit 100 Partnern investiert. Erneuerbare Energien, das jüngste Geschäftsfeld, auf das die Genossenschaft in ihrer Strategie setzt, legte um 23,4 Prozent zu (49,1 Millionen Euro) und macht fünf Prozent des Portfolios aus. Auf den Landwirtschaftssektor entfallen jetzt 15 Prozent des Portfolios (147,4 Millionen Euro), das inklusive Finanzwesen, einschließlich Mikrofinanz, macht mit 76,9 Prozent (754,8 Millionen Euro) den größten Anteil aus. Der Netto-Zufluss an verfügbarem Darlehenskapital stieg 2017 um 117,4 Millionen Euro (12,2 Prozent Steigerung gegenüber 2016). Zudem überstieg das Mitgliederkapital der Genossenschaft die Eine-Milliarde-Grenze (1.012,40 Millionen). Das Engagement ihrer Mitglieder und Förderkreise brachte dem Oikocredit-Netzwerk 2.000 neue Anlegerinnen und Anleger ein, Zuwachs kam vor allem aus Deutschland.

Die aktualisierte Strategie soll 2018 umgesetzt werden und einen stärkeren Fokus innerhalb der Sektoren und Märkte, in denen die Genossenschaft tätig ist, mit sich bringen. Oikocredit-Geschäftsführer Thos Gieskes erklärte dazu: „Der Grundstein für Oikocredit wurde vor 50 Jahren gelegt. Wir sind stolz auf unsere Rolle als Wegbereiter im Bereich der Entwicklungsfinanzierung. Seit unserer offiziellen Gründung 1975 haben wir über 1.800 Partner mit Finanzierungen in Höhe von insgesamt 3,3 Milliarden Euro unterstützt. Doch die Welt, in der wir arbeiten, wandelt sich, und wir müssen unsere Strategie anpassen, wenn wir auch weiterhin erfolgreich sein wollen. Wir sehen unsere künftige Rolle als Impulsgeber, der sozialen Wandel anstößt. Ziel ist es, unsere soziale Wirkung zu maximieren und einkommensschwache Menschen zu unterstützen. Dabei wollen wir gleichzeitig die Umwelt schützen und angemessene Erträge für unsere Anlegerinnen und Anleger erwirtschaften.“

Wesentliche Zahlen:
• Konsolidiertes Nettoergebnis: 18,4 Millionen Euro
• Bilanzsumme: +0.9 Prozent auf 1.220,0 Millionen Euro
• Projektfinanzierungsportfolio: -6,3 Prozent auf 981,7 Millionen Euro
• Netto-Kapitalzufluss beim insgesamt verfügbaren Darlehenskapital: + 117,4 Millionen Euro
• Dividendenvorschlag: 1 Prozent
• Zunahme der Investorenbasis weltweit um 2.000 auf 56.000 Anlegerinnen und Anleger

Kurzinfo: Oikocredit
Die internationale Genossenschaft Oikocredit vergibt Kredite und Kapitalbeteiligungen an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und andere soziale Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Investitionsschwerpunkte sind die Bereiche inklusives Finanzwesen, Landwirtschaft und fairer Handel sowie erneuerbare Energien.
Sitz der Genossenschaft ist Amersfoort in den Niederlanden.
www.westdeutsch.oikocredit.de  www.gutesgeld.de

Für Rückfragen und Terminvereinbarung
Helmut Pojunke
Geschäftsführer / Managing Director

Oikocredit Westdeutscher Förderkreis
Adenauerallee 37
53113 Bonn
Tel.; 0228 6880280
westdeutsch@oikocredit.de

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