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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Jeder Wollstrang trägt einen Namen

Manos del Uruguay.jpg24 April 2018

John Lennon trug Manos del Uruguay, Robert Redford und Hillary Clinton tragen es. Jeder Wollstrang, der verarbeitet wurde, ist ein leuchtendes Unikat, versehen mit einem handsignierten Etikett von der Frau, die ihn gefärbt hat. Die Kunsthandwerkerin Patricia Leivas Sosa, die ein Gesicht unserer GUTES GELD-Kampagne ist, ist eine von ihnen.

Vor 50 Jahren gründete eine Gruppe Frauen ein kooperatives Projekt, das inzwischen 250 Kunsthandwerkerinnen in Uruguay eine Existenz sichert und dessen Produkte auf dem internationalen Markt hoch im Kurs stehen. Ziel der Non-Profit- Organisation ist es, Einkommensmöglichkeiten für Frauen auf dem Land zu schaffen, ihnen wirtschaftliche, soziale und kulturelle Chancen zu eröffnen und zugleich kunsthandwerkliche und künstlerische Arbeit zu fördern. Manos del Uruguay setzt auf sparsamen Wassereinsatz und natürliche Rohstoffe und vermeidet umweltschädliche Chemikalien.  Seit 2009 arbeitet die Organisation mit Oikocredit zu sammen; kurz danach wurde sie als Fairhandelsorganisation von der WFTO zertifiziert.

Patricia Leivas Sosa trocknet gefärbte Wolle.

Mitbestimmung auf allen Ebenen


13 Genossenschaften an 19 Orten arbeiten für Manos del Uruguay. Sie sind zugleich Eigentümerinnen der Organisation und in Management und Vorstand vertreten. Sie färben und trocknen hochwertige Wolle, entwerfen und fertigen für die eigene Kollektion, weben Stoffe und stricken Pullover, Ponchos und andere Kleidungsstücke für internationale Label wie Gabriela Hearst und Ulla Johnson. Sitz und Verkaufsabteilung befinden sich in der Hauptstadt Montevideo. Rund 90 Beschäftigte arbeiten dort. Kleidungsstücke aber auch Wollchargen für den Export werden auf Bestellung produziert, damit das Risiko für die Frauen gering bleibt. Die Manos­ Zentrale liefert ihnen das Rohmaterial zum Färben direkt nach Hause. Um die erwünschten Farbverläufe und Nuancen zu erreichen, die das Markenzeichen von Manos del Uruguay sind, wird jeder einzelne Strang bis zu sechs Mal gefärbt und anschließend auf Gestellen in der Sonne getrocknet.

Die beeindruckende Erfolgsgeschichte von Manos del Uruguay spiegelt sich auch im Leben jeder einzelnen der beteiligten Frauen in den Genossenschaften. Die Fotografin Pauline Opmeer, die regelmäßig für Oikocredit weltweit unterwegs ist, hatte im letzten Sommer die Gelegenheit, Patricia Leivas Sosa und drei ihrer Kolleginnen zu treffen. Die vier Frauen sind Mitglied bei CARF in Fraile Muerto, einer der Genossenschaften, die für Manos del Uruguay arbeiten. Einige der Frauen spinnen die Wolle bei sich zu Hause, andere färben sie, wieder andere führen die Qualitätskontrolle durch und verpacken  die Produkte für den Transport nach Montevideo.  Sie habe vier strahlende Frauen erlebt, berichtet  Pauline Opmeer und beschreibt, was sie ihr erzählten:

Vier Frauen. Vier Geschichten.


Bevor sie CARF beitraten, arbeiteten die Frauen in der Landwirtschaft, putzten oder beaufsichtigten die Kinder von Leuten, die sich ein Kindermädchen leisten können. Ihre Männer haben entweder Bürojobs oder arbeiten auswärts auf großen Farmen. Irgendwann schlug ihnen jemand vor, Mitglied bei CARF zu werden. Dort erhielten sie zunächst eine praktische Ausbildung,und jetzt verdienen sie besser als je zuvor. Außerdem lässt sich bei CARF die Arbeit flexibel  mit der Kinderbetreuung vereinbaren. Nicht zuletzt vermittelt die Genossenschaft ihren Mitgliedern betriebswirtschaftliche Kenntnisse, soziale Kompetenz und Teamfähigkeit. Alle Mitglieder sind zu Recht stolz darauf, wie weit sie es bereits gebracht haben. Sie arbeiten als Team, aber ihre Träume und Ziele sind verschieden.

Patricia Leivas Sosa beispielsweise, die mit großer Freude Wolle färbt, auch, weil es recht gut bezahlt wird, würde gerne einen Kleinwagen kaufen und damit Uruguay erkunden. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihr ältester Sohn studiert Buchhaltung in Montevideo, ihre Tochter ist auf dem Sprung zum Studium, nur der Jüngste lebt dann noch daheim. Dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen, ist für Patricia Leivas Sosa das Wichtigste.

Lesen Sie hier die Geschichten von Patricia Leivas Sosas Kolleginnen.

Text: Marion Wedegärtner

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