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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Bessere Gesundheits- und Sanitärbedingungen in Indien

bwdc-india-mathavi.jpg08 Juli 2014

Mehr als die Hälfte der 1,2 Milliarden Inderinnen und Inder hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen. Das indische Oikocredit-Tochterunternehmen Maanaveeya und die International Finance Corporation (IFC) ermöglichen es einkommensschwachen Menschen, Trinkwasser- oder Sanitäreinrichtungen zu kaufen oder zu bauen. Für das Programm stehen Kreditkapital sowie Zuschüsse für Beratung und Schulungen bereit.

Wie nötig das ist, zeigen die Zahlen: Obwohl sich die Lage in Indien in den letzten Jahren verbessert hat, verursacht verunreinigtes Trinkwasser nach Schätzungen der Weltbank immer noch 21 Prozent aller übertragbaren Krankheiten. Allein an Durchfall sterben in Indien täglich mehr als 1.600 Menschen. Besonders schlecht mit Latrinen versorgt sind arme ländliche Gebiete. Dort haben nur 14 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer Toilette.

Kredite für Wasser- und Sanitäranlagen

Um das zu ändern, finanzieren Maanaveeya und IFC unter anderem die Oikocredit-Partnerorganisation Bharathi Women Development Centre (Bharathi). Diese soziale Entwicklungsagentur bietet Mikrofinanz-Dienstleistungen vor allem für Frauen. Seit dem Start des Wasser- und Sanitärprogramms 2011 hat Bharathi 10.500 Kundinnen und Kunden mit Krediten versorgt und sie in ihren Gemeinden über Wasser- und Sanitäranlagen und deren Finanzierung informiert und geschult.

Vor der Kreditvergabe überprüfen die Mitarbeitenden von Bharati, ob die Antragsteller die Kredite für die Anlagen zurückzahlen können. Wenn die Toiletten fertig gestellt sind, können die Familien auch einen staatlichen Zuschuss beantragen.

Bharathi arbeitet in drei Distrikten im ländlichen Südindien. Die meisten Menschen dort verdienen ihren Lebensunterhalt als Tagelöhner oder Kleinbauern und -bäuerinnen. Bharathi engagiert sich unter anderem bei Bewässerung und Landentwicklung, Wasserwirtschaft und Sanitärversorgung. Zudem vergibt sie Kredite für Landwirtschaft und Viehzucht und bietet Lebens- und Verdienstausfallversicherungen an. Außerdem initiiert sie Frauen-Selbsthilfegruppen und veranstaltet Kurse zu finanzieller Grundbildung, Gesundheits- und Ernährungsfragen.

Der gefährliche Weg zur „Toilette“

Von den Krediten profitieren ganze Familien, ja sogar Gemeinden. Das bestätigt auch Mathavi (siehe Foto) aus Thirukannamangai, einem Dorf in Tamil Nadu. Früher mussten sie und die anderen Familienmitglieder jeden Tag vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang einen Kilometer weit laufen, um ein Gebüsch oder einen Graben zu finden, in dem sie sich unbeobachtet erleichtern konnten. Zeitraubend war das, entwürdigend und gefährlich. Denn oft werden Frauen und Mädchen dabei überfallen. Inzwischen hat Mathavi mit einem Bharathi-Sanitärkredit über 12.000 Rupien (rund 150 Euro) eine eigene Toilette gebaut. Die neue Toilette spart nicht nur die langen Wege. Sie hat auch, so betont Mathavi, die Selbstachtung der Familie gestärkt und ihr Leben und das ihrer Tochter sicherer gemacht.

Das Wasser- und Sanitärprogramm von Maanaveeya wirkt sich für viele Menschen positiv aus und bringt spürbare sozioökonomische Verbesserungen. Die Anlagen geben den Frauen mehr Würde und Sicherheit, sparen Zeit, machen das anstrengende Wassertragen überflüssig und verbessern Hygiene und Gesundheit. In einer Umfrage äußerten sich denn auch alle Befragten zufrieden mit den neuen Sanitär- und Wasseranlagen. Maanaveeya und IFC werden das Programm in den kommenden Jahren mit Finanzierungen, Beratung und Schulungen weiter unterstützen.

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