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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der sieben deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

Westdeutscher Förderkreis
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400.000 Setzlinge sind gepflanzt

Trotz dreimonatigen Lockdowns und anderer Einschränkungen durch Covid-19 und einer verspätet einsetzenden Regenzeit: Das  Teeprojekt in Ruanda, das der Westdeutsche Förderkreis maßgeblich mitfinanziert, wächst und gedeiht.

Inzwischen hat die Oikocredit International Support Foundation mit den Teefabriken Karongi und Muganza Kivu in Ruanda eine Absichtserklärung über die Produktion von zwei Millionen Setzlingen unterzeichnet. Darin verpflichten sich die beiden Fabriken, die Verantwortung für die Produktion der Teesetzlinge zu übernehmen. Die Oikocredit International Support Foundation übernimmt ihrerseits die Kosten für die Produktion und für spezielle Schulungen, in denen Kleinbäuer*innen zusätzliche Kompetenzen im Teeanbau erwerben.

Die Mittel für das zweijährige Projekt im Wert von rund 140.000 Euro stammen größtenteils von Anleger*innen des Westdeutschen Förderkreises, die sich an der Jubiläumsaktion zum 40-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr beteiligt haben. Am Ende sollen zwei
Millionen Teesetzlinge 2.000 Kleinbäuer*innen aus zwei Landwirtschaftskooperativen zu einem sicheren zusätzlichen Einkommen verhelfen. Doch bis dahin gab und gibt es viel zu tun. Elikanah Ng‘ang‘a, Oikocredit-Beauftragter für Soziales Wirkungsmanagement und Capacity Building für Afrika: „Inzwischen sind seit Juli 2019 in einer ersten Etappe 400.000 Setzlinge für die beteiligte Teefabrik Muganza Kivu in der Südprovinz Ruandas gezüchtet, an 400 Bäuer*innen der Kooperative Coothemuki verteilt und gepflanzt worden. Weitere 400.000 Setzlinge sollen es bis Oktober 2021 sein. Parallel dazu werden derzeit die übrigen 1,2 Millionen Setzlinge für die Teefabrik Karongi produziert, sie werden im Oktober 2021 gepflanzt werden können und an Kleinbäuer*innen der Kooperative Katecogro vergeben.“ 
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Foto: Karongi Tea

Haushalte mit wenig Einkommen beteiligen sich

„Teesetzlinge spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung einer Teeplantage. Sowohl im Anfangsstadium als auch später, wenn es darum geht, Lücken zu schließen, die üblicherweise nach Pflanzungen entstehen“, sagt Josiane Mutangana, Geschäftsführerin der
Fabriken Karongi und Muganza Kivu der Karongi Tea Factory, mit der Oikocredit seit 2016 zusammenarbeitet. „Wegen der hohen Produktions- und Instandhaltungskosten können es sich die Kooperativen nicht leisten, aus eigener Kraft regelmäßig neue Setzlinge anzupflanzen. In der Vergangenheit haben wir unsere eigenen Mittel in die Entwicklung von Teesetzlingen investiert, die wir den Bäuer*innen geschenkt haben. Es ist schön zu sehen, dass Oikocredit uns in dieser wichtigen Sache unterstützt.“

Das Projekt richtet sich gezielt an Kleinbauernfamilien mit wenig Einkommen, denen Witwen vorstehen, Waisen oder Menschen mit Behinderungen. Für sie wird der Teeanbau ein bisher unbekanntes Arbeitsfeld sein. Die Auswahl der Haushalte, die an dem Projekt beteiligt werden, haben die Kooperativen Coothemuki und Katecogro vorgenommen. Sie haben auch das Land, auf dem angebaut wird, geprüft. Seit August hat Posada, ein landwirtschaftliches Beratungsunternehmen Beratungsunternehmen, dessen Leiter Jean-Marie Irakabaho regelmäßig für Oikocredit in Ruanda tätig ist, die Bäuer*innen geschult und praktisch angeleitet. Das nahm mehr Zeit in Anspruch als geplant, weil wegen der Corona-Infektionsgefahr die Gruppen kleiner gehalten werden mussten. 

Schulungen und praktische Anleitung

Die Bäuer*innen haben gelernt, wie sie klimagerecht handeln können, wie sie den Boden vorbereiten, wie sie pflanzen, düngen, beschneiden, Pflanzenkrankheiten vorbeugen und behandeln, die Qualität kontrollieren, wie sie ernten und die Ernte transportieren. Zum Trainingsprogramm gehören ebenso finanzielle Grundbildung, Kenntnisse im Umgang mit Risiken und Bewusstsein für faire Arbeitsbedingungen für die angestellten Farmarbeiter*innen. Der Lehrplan, den Posada nutzt, umfasst alle Voraussetzungen dafür,  die Zertifizierung der Rain Forest Alliance abzudecken. Karongi und ihre Schwesterfabrik Muganza Kivu haben bereits Vereinbarungen mit ihren jeweiligen Kooperativen unterzeichnet, in denen sie sich verpflichten, die gesamte Menge an Teeblättern zu
kaufen, die im Rahmen des Teeprojekts produziert werden soll. 

Mindestens zwölf pflegeintensive Monate brauchen Teesetzlinge, ehe sie gepflanzt werden können. Da im Juli, August und September Trockenzeit herrscht, haben die Bäuer*innen bis Anfang Oktober warten müssen – und noch ein bisschen länger, weil in diesem Jahr die Regenzeit später eingesetzt hat. Seit Anfang November aber, sagt Elikanah Ng‘ang‘a, hat es viel Regen gegeben
in Ruanda, „Wir können davon ausgehen, dass die Pflanzungen erfolgreich sein werden.“ Für Elikanah Ng‘ang‘a ist das Projekt gerade angesichts der Auswirkungen des Coronavirus, mit dem viele Kleinbäuer*innen und landwirtschaftliche Organisationen derzeit Zu kämpfen haben, enorm wichtig. „Auch wenn wir jetzt alles daran setzen, den Partnern durch die Pandemiezeit zu helfen, müssen wir gleichzeitig bedenken, wie wir sie und ihre Kund*innen in Zukunft stärken können. Teeanbau bietet die Möglichkeit, Zxistenzgrundlagen zu sichern, und das nicht nur kurzfristig, sondern für viele Jahre.“